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2.C. Projektbeispiel: Neue touristische Angebote in der Gemeinde XX

2.C.1. Wie wollen wir miteinander umgehen?
2.C.2. Welches Projekt wollen wir realisieren?
2.C.3. Etappen der Projektarbeit

2.C.3.1. Definition des Projekts, Konsens in der Gruppe
2.C.3.2. Herausarbeiten der Ziele
2.C.3.3. Verbündete suchen
2.C.3.4. Wie? Wo? Wann? - Projektplan

Die Besucherzahlen in der touristischen Region XX sind in den letzten Jahren gesunken. Das Syndicat d'Initiative der Gemeinde XX macht sich Gedanken über die Ursachen dieses Phänomens und stellt fest, daß das Angebot an attraktiven Aktivitäten mangelhaft ist. Das SI will dazu beitragen, neue, zeitgemäße Angebote zu schaffen. Es wird beschlossen, eine Sitzung einzuberufen, in der sich mit der Frage beschäftigt wird, wie diese Aufgabe am besten anzugehen ist.


2.C.1. Wie wollen wir miteinander umgehen?

Ausgangspunkt Vereinssituation

Seit der letzten Generalversammlung zählt das SI der Gemeinde XX vier neue Mitglieder, die aktiv im Verein mitwirken möchten.

Häufiger ist wohl eher folgender Sachverhalt: In einem seit 20 Jahren bestehenden Verein herrscht 'dicke Luft'. Die Vereinsmitglieder tragen persönliche Zwistigkeiten in den Versammlungen aus, der Verein bringt keine gemeinsamen Aktivitäten mehr zustande.

Lösungsmöglichkeiten

Im ersten Fall ist es wichtig, eine gute Integration der 'Neuen' zu erzielen, im zweiten Fall geht es darum, die Situation zu bereinigen. Geklärt werden muß in beiden Fällen, wie die Zusammenarbeit aussehen soll, wie die einzelnen Mitglieder der Gruppe künftig miteinander umgehen wollen.

Wollen wir eine kreative Dynamik in der Gruppe aufbauen, sollten wir folgende Leitlinien beachten und - sobald sich Anzeichen von Mißstimmungen ergeben -, regelmäßig in Erinnerung rufen (s. auch Selbsttest für Gruppenarbeit im Anhang):

  • Respekt voreinander bewahren
  • Alle Ideen und Vorschläge der einzelnen Mitglieder zunächst einmal gellen lassen
  • Sachlich diskutieren
  • Sitzungen durch eine Person moderieren, die keine Wertungen und Stellungnahmen nimmt
  • Konsens in der Gruppe, die an einem Projekt arbeitet, herstellen
  • Kommunikation unter den Gruppenmitgliedern fördern
  • durch Ausschalten von Konkurrenzdenken und Politik
  • Üben von Toleranz
  • gegenseitige Information und Motivation

Beispiel:

In der ersten Versammlung, in der neue Projekte diskutiert werden sollen, macht eine junge Lehrerin als neues Mitglied den Vorschlag, Wandertouren speziell für Jugendliche zu organisieren. Gleich fallen alle über sie her: das bringt nichts, die Jugendlichen wollen nicht wandern etc. Das neue Mitglied geht frustriert nach Hause.

Tip: Hüten Sie sich vor Killerphrasen wie

  • Das war schon immer so!
  • Sowas geht bei uns nicht!
  • Ist zu teuer!
  • Daraus wird nie was!

Moderation

Um dies zu verhindern, ist es notwendig, eine gewisse Disziplin in der Gruppe zu halten. Erleichtert wird dies, wenn eine Person die Gruppe moderiert, d.h. alle Ideen und Vorschläge zunächst einmal sammelt und verhindert, daß sie gleich von anderen negativ gewertet werden. Anschließend folgt eine sachliche Diskussion über das Für und Wider der gesammelten Vorschläge.


2.C.2. Welches Projekt wollen wir realisieren?

Ausgangssituation

Die Versammlung, in der neue Projekte diskutiert werden sollen, hat regen Zuspruch gefunden, insgesamt sind zwölf Mitglieder erschienen, die aktiv mitarbeiten möchten. Alle haben bereits Ideen, was der Verein unternehmen könnte.

Auf der Suche nach einem Projekt oder Brainstorming

Eine gute Methode, um ein neues Projektthema in der Gruppe - ganz gleich wie groß sie ist - zu finden, ist das Brainstorming. Bei einem "Sturm auf das Gehirn" reagiert man spontan auf eine Frage oder ein Stichwort. Eine Person moderiert und sammelt die Ideen. Als sehr produktiv hat sich folgende Methode erwiesen:

Jedes Mitglied hat einen Zettel, schreibt eine Idee für ein Projekt darauf und gibt ihn an die nächste Person weiter, die ihrerseits ein Projektthema aufschreibt und weitergibt. Die Zettel machen mehrmals die Runde. Bei acht Personen ist innerhalb von zehn Minuten mit 40-80 Projektideen zu rechnen.

Einige Projektideen im Bereich Tourismus, die nach dieser Methode entstanden sind*

Naturerfahrungskurse; Bauernmarkt; Wanderungen mit Übernachtungen draußen; geführte Radtouren für unterschiedliche sportliche Niveaus; Kunst für Kinder; Gartenschau; Kinovorflihrungen; Workshop Musik; Petanque-Piste anlegen; kulturelle Veranstaltungen in der Kapelle; Naturerfahrungszentrum; Jugendherberge auf dem Bauernhof; Duathlon rundum den Stausee; Oenologie-Kurse; thematische Führungen; Dorffest; Umweltfilmwoche; Jugendcamps; Pflanzen und Mineralien bestimmen; Ferien auf dem Bauernhof; Kunstkurse; Gesundheitswoche; Handwerks- und Handelsausstellung

* Im Rahmen der LEADER-Kurse 'Kreative Projektarbeit' mit Teilnehmer/innen aus der Region, geleitet von Heinz-Günter Boßmann.


2.C.3. Etappen der Projektarbeit

Um einen möglichst reibungslosen Ablauf eines Projekts zu erzielen, ist es notwendig, die verschiedenen Etappen der Projektarbeit zu berücksichtigen:

  • Definition des Projekts, Konsens in der Gruppe
  • Herausarbeiten der Ziele
  • Verbündete suchen
  • Projektplan erstellen

2.C.3.1. Definition des Projekts, Konsens in der Gruppe

Definition des Projekts

Nachdem eine Fülle von Ideen aufgetaucht sind, geht es darum, diejenige herauszufinden, die die Gruppe gemeinsam realisieren möchte. Dazu werden die einzelnen Vorschläge anonym von jedem Mitglied mit einer Ziffer zwischen l und 9 bewertet. Die Gruppe einigt sich auf ein Projekt, das eine Mehrzahl von Stimmen bekommen hat.

Das SI der Gemeinde XX steht nach dieser Übung vor der Wahl, einen Workshop Musik oder einen Bauernmarkt zu organisieren, da beide Projekte bei der Bewertung eine gleich hohe Stimmenanzahl bekommen haben.

Das SI entscheidet sich für die Veranstaltung eines Musikworkshops, da insbesondere auch Jugendliche angesprochen werden sollen und in der Ortschaft XX 1876 die begabte, doch leider viel zu früh verstorbene Pianistin XY geboren wurde.

Die Idee eines Bauernmarktes wird jedoch nicht ganz fallengelassen, sondern soll längerfristig im Auge behalten werden.

Konsens in der Gruppe

Die Planung und Durchführung eines Projekts gelingt um so besser, als alle Beteiligten von der Sache überzeugt sind. Dies ist meistens nicht der Fall.

Quertreiber

Ein Mitglied des Vereins, verhehlt nicht seinen Unmut über die Entscheidung: 'Wir haben doch unsere Musik im Dorf und schon drei Konzerte auf dem Sommerprogramm, was brauchen wir noch mehr?

Aufgabe der Gruppe ist es in diesem Fall, herauszufinden, warum das Mitglied gegen das Projekt ist. HB ist kein Freund der Musik und hat für die Organisation eines Bauernmarktes plädiert.

Es steht nirgends geschrieben, daß alle Mitglieder des Vereins an dem Projekt mitarbeiten müssen. Es empfiehlt sich in jedem Verein, Arbeitsgruppen für jedes Projekt zu bilden, an dem nur die Mitglieder mitarbeiten, die daran wirklich interessiert sind. Die anderen können Arbeiten übernehmen, die ebenfalls anfallen.

Neue Aufgabe für den Quertreiber

HB hat keine Lust, sich an der Organisation eines Musikworkshops zu beteiligen Er übernimmt daher die Aufgabe, die Bauerninitiative zu kontaktieren, um die Veranstaltung eines Bauernmarkts zu diskutieren.


2.C.3.2. Herausarbeiten der Ziele

Welches Ziel verfolgen wir mit der Veranstaltung eines Musikworkshops?

Die Person, die die Versammlung moderiert, hält auf einer Tafel alle Vorschläge, die zu dieser Frage gemacht werden, fest.

Was möchten wir mit der Veranstaltung erreichen?

  • etwas Neues probieren
  • jungen Musikstudent/innen aus der Gemeinde ein Forum bieten
  • auf unsere Gemeinde aufmerksam machen
  • Musikliebhaber in unserer Gemeinde zusammenbringen
  • Jugendliche ansprechen
  • Kinder für Musik begeistern
  • Jugendliche zum Mitmachen im Verein motivieren
  • junge und ältere Menschen zusammenbringen
  • eine touristische Attraktion schaffen
  • die bestehenden Infrastrukturen nutzen (Räumlichkeiten in der ehemaligen Molkerei, Camping, Hotels und Gaststätten, Jugendherberge, Gite)

Die vielfältigen Anforderungen an das Projekt lassen die Frage aufkommen, ob die Veranstaltung nicht eher als ein Dorffest der Musik angesehen werden soll, wobei der Musikworkshop ein fester Bestandteil wäre. Ein 'Dorffest der Musik' würde vermutlich ein größeres Publikum anziehen.

An dieser Stelle ist es sinnvoll, erneut einen 'Brainstorming' in der Gruppe zu machen.

Welche Aktionen sind im Rahmen eines Dorflestes der Musik denkbar?

Talentschuppen, Klang und Töne (Kinderatelier), Naturerfahrungsspiele (Gehör), Jazz-Improvisations-Atelier, Konzert für Kammermusik, Weiterbildungskurs für den Gesangverein mit Abschlußkonzert in der Dorfkapelle, Meditation, Rhythmische Gymnastik mit Musik für junge und ältere Mitmenschen, Vortrag Musikgeschichte, Auftritt einer bekannten Musikerin oder eines bekannten Sängers, gregorianischer Gesang, Gesangworkshop für Jugendliche, Gesang für Kinder, Gesang für Unmusikalische, Trommelkurs, Bauchtanz, Entwurf und Verkauf von Instrumenten aus Naturmaterialien, Tänze aus dem Mittelalter und der Renaissance

Nach dieser Denkübung steht das SI vor der Qual der Wahl. Um eine Vorentscheidung darüber zu treffen, welche dieser Veranstaltungen in die nähere Auswahl kommt, empfiehlt es sich, die Ziele noch einmal vor Augen zu halten und die verschiedenen Vorschläge nach diesen zu bewerten.

Eine Vorauswahl der Projekte muß auch den finanziellen Rahmen mitberücksichtigen. Damit sich dieser in Grenzen hält, sollten zuerst die Veranstaltungen ausgewählt werden, die die geringsten Kosten beinhalten.

Das SI wägt die Veranstaltungen, die im Rahmen des Musikfestes stattfinden sollen, sorgfältig ab und kommt zu folgendem vorläufigem Ergebnis:

Fest der Musik in XX - Veranstaltungsprogramm

Atelier Klang und Töne für Kinder kombiniert mit Naturerfahrungsspielen; experimenteller Gesang und 'expression corporelle' für Jugendliche; rhythmische Gymnastik für Senioren; Weiterbildungskurs für die lokalen Gesangvereine; Trommelkurs für alle; Vortrag Musikgeschichte für alle; Konzert der Luxemburger Pop-Gruppe VWZ;

Bei diesem Programm unterscheiden wir kurzfristige und längerfristige Veranstaltungen. Zu den kurzfristigen gehören: Atelier für Kinder (1-2 Nachmittage), Experimenteller Gesang und 'expression corporelle' (1 Wochenende); Vortrag Musikgeschichte (3 Abende); Trommelkurs (zwei Tage); Konzert der Gruppe VWZ (1 Abend)

Zu den längerfristigen wären zu zählen: Rhythmische Gymnastik (1x die Woche während 6 Monaten); Weiterbildungskurs für die Gesangvereine (vier Wochenenden verteilt über 6 Monate)


2.C.3.3. Verbündete suchen

Zuerst stimmt das SI sein Projekt mit der Gemeinde, der Entente des Syndicats d'Initiative und dem Animateur Culturel für den Norden ab, es soll schließlich der Allgemeinheit etwas bringen. Das SI sucht soviele Verbündete wie möglich. Je breiter das Projekt getragen wird, desto mehr Aussichten auf Erfolg hat es.

Bei Veranstaltungen zu bestimmten Themenbereichen empfiehlt es sich, mit anderen spezialisierten Vereinen zusammenzuarbeiten. Wenn das SI einen Musikworkshop organisieren will, liegt es nahe, dies zusammen mit der bestehenden Dorfkapelle bzw. dem Gesangverein anzugehen.

Die Veranstaltung soll von hohem Niveau sein und über die Landesgrenzen hinaus angekündigt werden. Das SI nimmt Kontakt auf mit der Vereinigung 'Musiksatelier', die Erfahrung hat mit derartigen Veranstaltungen, zwecks möglicher Zusammenarbeit bzw. Unterstützung des Projekts. Der neugegründete Videofilmverein wird um eine Kooperation ersucht, um die Veranstaltungen zu dokumentieren.


2.C.3.4. Wie? Wo? Wann? - Projektplan

Wie? -Arbeitsplan

Ein vernünftiger Arbeitsplan ist das A und O einer Veranstaltung. Das Aufstellen einer Checkliste hilft dabei, daß kein wichtiger Punkt im Eifer des Gefechts vergessen wird.

Checkliste Vorarbeiten

  • Bedarf überprüfen - wo sind ähnliche Veranstaltungen vorgesehen (entsprechende Institutionen und Vereine befragen)
  • Provisorisches Budget aufstellen und mögliche Finanzträger auflisten
  • Dauer der Veranstaltung und Daten provisorisch festlegen
  • Daten prüfen auf Konkurrenzveranstaltungen
  • Information und Rücksprache mit der Gemeinde
  • Mögliche Co-Organisatoren informieren
  • Programm mit Fachleuten abstimmen
  • Disponibilität der Räumlichkeiten prüfen
  • Disponibilität der Kursusleiter/innen und Kostenvoranschlag anfragen
  • Kostenvoranschlag und Termin bei den Musikgruppen anfragen
  • Kursusleiter/innen und Musikgruppen provisorisch engagieren
  • Ausstattungsbedarf klären (Instrumente, Mikrofone, Notenständer, anderes Material...)
  • Arbeitsgruppe zusammenstellen - wer engagiert sich wie für das Projekt?

Aufgabenteilung

Die Mitglieder des Vereins teilen die Aufgaben nach Fähigkeiten und Interessegebieten unter sich auf. Eine Gruppe, die sich im Bereich der Musik besonders gut auskennt, übernimmt die Verantwortung für die Organisation der Kurse und Konzerte. Eine andere nimmt Kontakt auf mit allen, die in das Projekt einbezogen werden sollen (Gemeinde, Hotel- und Gaststätten, Campings, Jugendherberge, Vereine etc.). Eine dritte Gruppe kümmert sich um die Finanzen.

Eine Person übernimmt mit dem Einverständnis der anderen die Koordination des Projekts.

Checkliste Planung

  • Definitive Daten für das Musikfest festhalten
  • Aufstellen des definitiven Programms
  • Räumlichkeiten reservieren
  • Aufstellen des Budgets
  • Finanzierungsbeihilfen beantragen
  • Sobald Finanzierung sichergestellt ist, schriftliche Terminvereinbarung und Kostenfixierung mit den einzelnen Kursleiter/innen und den Musikgruppen
  • Unterkunft reservieren
  • Aufstellen eines Plans in welchen Räumlichkeiten was wann stattfindet
  • Gaststätten, Campings und andere betroffene Gewerbe informieren
  • Koorganisationen regelmäßig informieren
  • Bezugsquellen für Ausstattungsbedarf aufstellen
  • Öffentlichkeitsarbeit planen

Wo? - Räumlichkeiten

Als Zentrum für die Veranstaltung wird die alte Molkerei gewählt, die als Informations- und Empfangsstelle eingerichtet wird. Hier stehen drei Räume für Übungszwecke zur Verfügung. Weitere Räume in der Schule und in der Gemeinde können ebenfalls mitbenutzt werden.

Wann? - Zeitplan

Eine realistische Einschätzung der Vorbereitungszeit ist von ausschlaggebender Bedeutung für das Gelingen des Projekts. Die Zeit darf nicht zu knapp bemessen werden.

Wir ziehen unsere Liste, die alle anfallenden Arbeiten enthält, hinzu und setzen einen Termin fest.

Wir schreiben den 2. September als das SI über sein Projekt eines Musikfestes diskutiert. Die Vorbereitungszeit wird schätzungsweise neun Monate in Anspruch nehmen. Da die Veranstaltung eine touristische Attraktion sein soll, muß sie in der Sommersaison stattfinden. Provisorisch werden der 25.-28. Juli des darauffolgenden Jahres als Termin festgehalten.

Es wird eine Tabelle aufgestellt, in der die einzelnen Schritte und die dafür verantwortliche Person eingetragen werden.

Projektplan 'Fest der Musik in xx'

Was

Wer

Wann

Termin mit allen Co-Organisatoren, Musikgruppen und Kursleitern klären, engagieren

Catherine, Fred

bis zum

Standortfrage klären, Räumlichkeiten reservieren und Plan aufstellen

Ciaire, Pol

bis zum

Kostenvoranschläge einholen. Budget aufstellen

Guy, Anne

bis zum

Finanzierungsbeihilfen beantragen

Anne, Claude

bis zum

Öffentlichkeitsarbeit organisieren

........

........

........

   

Es versteht sich von selbst, daß sich alle Mitglieder des Vereins, die an dem Projekt mitarbeiten, regelmäßig treffen und jede Gruppe über ihre Arbeit berichtet. Der Informationsfluß innerhalb der Gruppe und die stetige Projektkontrolle sind von entscheidender Wichtigkeit.


Checkliste für den Umgang mit Konflikten

Wichtige Voraussetzungen, um mit Konflikten richtig umgehen zu können:

  • Konflikte werden nicht unter den Teppich gekehrt, sie werden angenommen und 'bearbeitet'.
  • Alle Beteiligten werden mit ihren Meinungen ernst genommen.
  • Konflikte haben meist eine lange 'Geschichte'. Ohne diese zu kennen, ist es schwer, Konflikte zu lösen.
  • Siege über andere sind meist schon die Wurzel für neue Konflikte. Besser ist eine Lösung, bei der alle gewinnen können.
  • Lasten sollten nicht ungerecht verteilt werden, sonst entsteht Überbelastung und (neuer) Konflikt.
  • Viele Konflikte sind Mißverständnisse. Sie könnten durch bessere Kommunikation vermieden werden.
  • Meinungsverschiedenheiten und Interessensgegensätze können sehr positiv und wertvoll sein, wenn sie akzeptiert und zugelassen werden.
  • Zeit nehmen füreinander - zum Reden und zum Verstehen der Anderen.
  • Faire Vereinbarungen treffen - keine Tricks, keinen doppelten Boden.
  • Offen sein für neue und überraschende Möglichkeiten. Nur die Dummen glauben, daß sie schon alles wissen und kennen.
  • Wer überall Probleme sieht, der hat bald auch viele davon. O Wer Rache lebt, der wird ganz sicher neue Konflikte schaffen.
  • Humor kann sehr viel beitragen zur Lösung von Konflikten. Überwitzigkeit kann allerdings auch schaden.
  • Wer mit Vorurteilen anderen begegnet, kann die Wirklichkeit nicht mehr wahrnehmen und wird seine(n) Parnter falsch behandeln. Nach Möglichkeit einmal einen Vertrauensvorschuß für die gemeinsame Arbeit anbieten.

(Quelle: Politische Akademie)


Selbsttest für Gruppenarbeit

Wagen Sie es doch mal, das 'Betriebsklima' in ihrem Verein zu überprüfen. Von Zeit zu Zeit sollte jede Gruppe Bilanz ziehen. Mit Hilfe des folgenden Tests sehen Sie, wie es mit dem 'Miteinander' in der Gruppe klappt.

 

Das Klima im Team: in unserem Team vorhanden
wird positiv beeinflusst von stark       schwach
Klarheit

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Vertrauen

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Gerechtigkeit

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aktivem Zuhören

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gegenseitiger Hilfe

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Ermunterung

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Initiativen für neue Wege

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Eingehen auf Einzelnen

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Erfolgen

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Solidarität mit Schwachen

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Akzeptanz von Andersdenkenden

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Spontanität 

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Toleranz

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wird negativ beeinflusst von stark       schwach
Vorurteilen

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persönlichen Angriffen

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Resignation

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Inaktivität

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Druck von aussen

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Ungeduld mit Einzelnen

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Ängsten

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Fixierungen

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Konkurrenz-Denken

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Konformismus

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Fachlicher Inkompetenz

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Scheu vor Konflikten

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Profilierungsneurosen

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Faulen Kompromissen

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überstürtzten Handlungen

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geheimen Entscheidungen

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(Quelle: Politische Akademie)


Büchertips

  • AID, Schulung der landwirtschaftlichen Bevölkerung. In und mit Gruppen arbeiten, Bonn 1989
  • BirkenbihI F. Vera, Kommunikationstraining, München 1995
  • Gäde Ernst-Georg / Listing Silke, Sitzungen effektiv leiten und kreativ gestalten. Ein Arbeitsbuch für Leiterinnen und Leiter von Konferenzen und Besprechungen, Mainz 1996
  • Kapfer Ludwig, Wir arbeiten im Team, Politische Akademie, Wien o. J.
  • LEADER / AEIDL (Hrsg.), Nouveaux produits touristiques dans l'Europe rurale (Ausgeführte Projektbeispiele, zu bestellen bei AEIDL, 260 Chaussee Saint Pierre B-1040 Bruxelles, Tel. 0032/2 736 49 60; Fax 0032/2 736 04 34)
  • ÖAR-Regionalberatung, Ausbildungsprogramm Regionalberatung, Wien o.J.
  • Observatoire europeen LEADER, AEIDL, Die Umsetzung des lokalen Entwicklungsprojekts: Erfahrungen aus LEADER I, Brüssel 1995
  • Schoeller Dieter (Hrsg.), Dorferneuerung. Anregungen zum Mitmachen, Band I, Innsbruck, Wien 1991

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