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1.A. Einführung
1.A.1. Chancen und Grenzen des VereinsNeben den traditionellen Dorfvereinen, die mit sportlichen, kulturellen oder religiösen Zielsetzungen gegründet wurden (Fußball- und Tischtennisvereine, Fanfare, Club des Jeunes, Kirchenchor, ...) sind in den letzten Jahren vor allem aufgrund eines gewandelten politischen Bewusstseins zahlreiche neuartige Vereine entstanden, z.B. Elternvereinigungen, Bürgerinitiativen, soziale und kulturelle Vereine, Selbsthilfegruppen, Natur- und Umweltschutzinitiativen... Diese Art von Vereinen ist häufig aus der Feststellung eines Mangels entsprungen. Statt darauf zu hoffen, dass die Gemeinde, der Staat, die Wirtschaft oder wer auch sonst immer für ein bestimmtes Bedürfnis aufkommt, wird der Versuch unternommen, sich selbst dafür einzusetzen. Vereine zwischen Freizeitbeschäftigung und DienstleistungObwohl die Vereine weiterhin zu einem großen Teil der aktiven Betätigung und Geselligkeit in der Freizeit dienen, ist ihre zunehmende Rolle als Dienstleistungsanbieter nicht zu unterschätzen. Dies gilt auch für viele traditionelle Vereine wie z.B. die Fremdenverkehrsvereine (Syndicats d'Initiative), die im Interesse des Tourismus schon seit langem wertvolle unentgeltliche Arbeit leisten. In größeren touristischen Ortschaften sind sie sogar zum Arbeitgeber geworden. Neue Wege beschreitenNeue Wege zu beschreiten, gelingt leichter in Vereinen als in alteingesessenen Institutionen. Die Verwaltungsstrukturen sind flexibler und weniger bürokratisch. Außerdem sind in selbstorganisierten Initiativen, Gruppen und Projekten häufig überdurchschnittlich engagierte und experimentierfreudige Menschen anzutreffen. Diese Vorteile der Vereinsstruktur begünstigen die Entwicklung neuer Strategien und Projekte, die den bestehenden Institutionen des Staates, der Gemeinden wertvolle Impulse zur Weiterentwicklung ihrer Arbeit vermitteln können. Vereine leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Abbau von vielfach beklagter Bürokratisierung und Fremdbestimmung. Sie fördern die Entwicklung von Eigeninitiative und Selbstverantwortung und können Einfluss auf das gesellschaftliche Geschehen gewinnen. Daher kommt den Vereinen eine nicht zu unterschätzende Bedeutung im politischen wie im wirtschaftlichen Leben zu. Ihr Stellenwert hängt nicht zuletzt von der Zielsetzung des Vereins wie auch von der Zahl und dem Einflussvermögen seiner Mitglieder ab. Viele Ideen, wenig GeldDer chronische Geldmangel ist eines der größten Probleme im Vereinswesen. Die Umsetzung von Projektideen wird mit viel Begeisterung und Engagement angegangen. Erste Ernüchterungen folgen, wenn die Finanzierung nicht gewährleistet ist. Früher oder später werden die meisten Vereinsmitglieder auch mit einer ganzen Reihe anderer Schwierigkeiten konfrontiert: Organisationsprobleme, Grenzen der Ehrenamtlichkeit und Mangel an Professionalität, fehlender Erfahrungsaustausch, zu gering entwickelte Kooperation zwischen den Initiativen und den öffentlichen Institutionen mangelnder Nachwuchs, usw. Vielen Vereinen fehlt das Know-how, um diese Probleme in den Griff zu bekommen. 1.A.2. Warum einen Verein gründen?Die Gründung eines eingetragenen Vereins - 'association sans but lucratif a.s.b.l.' - hat für eine Interessengemeinschaft vor allem den Vorteil, dass sie eine eigene Rechtspersönlichkeit bekommt. Eigene RechtspersönlichkeitAls juristische Person kann der Verein:
Der rechtliche Status ermöglicht es, mit öffentlichen Institutionen verbindlich kommunizieren zu können. Ein nicht eingetragener Verein wird in der Regel nicht in den Genuss von öffentlichen Geld- und Sachmitteln kommen. Der eingetragene Verein hat weitere Vorteile:
Nachteile der VereinsformEs gibt aber auch Nachteile der Vereinsform, und das sind vor allem:
Viele Vereine halten übrigens die gesetzlichen Bestimmungen nicht ein. Oft stellen die Verantwortlichen einer asbl dies erst fest, wenn sie die Interessen der Vereinigung vor Gericht vertreten müssen. Für den Verein können im Falle eines Rechtsstreites unangenehme Folgen daraus entstehen. Nächste Seite: Die Vereinsgründung |
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